Inklusion auf dem 1. Arbeitsmarkt

cam00139Am 31.10. hatte die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen zusammen mit den SPD-Ortsvereinen Fennpfuhl und Alt-Lichtenberg eingeladen, um mit Bürgern und Betroffenen über die Chancen von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu diskutieren. Gekommen waren als Vertreter des Jobcenters Lichtenberg Herr Reinhofer, von der Gewerkschaft Verdi Helmfried Hauch und die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen in der SPD-Abgeordnetenhausfraktion Birgit Monteiro.

Zuerst berichtete Herr Reinhofer, dass von den „Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen“ im Augenblick 1500 Menschen mit Behinderung vom Jobcenter Lichtenberg betreut werden. Insgesamt sind von den 2,7 Millionen Arbeitslosen in Deutschland 178 000 Menschen mit Behinderung. Um diese Menschen in Arbeit zu bringen, ist ein hoher Betreuungsschlüssel notwendig. Im Augenblick beträgt dieser Betreuungsschlüssel 1:50 (1 Betreuer : 50 arbeitslose Betroffene). Die Erfolgsquote ist bei einem solchen Schlüssel sehr gut. Von Januar bis September wurden dadurch 149 Menschen in Lichtenberg in Arbeit gebracht.

Helmfried Hauch von Verdi forderte eine Erhöhung der Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung von derzeit 4,6 % auf 6 %. Dazu bräuchte es eine zentrale Ansprechstelle für diese Menschen. Weiterhin kritisierte er, dass viele Firmen lieber eine Ausgleichsabgabe zahlen als Menschen mit Behinderung einzustellen. Die Abgeordnete Birgit Monteiro berichtete, dass 30 % der Ausgleichsabgabe in Berlin als Zuschuss in die Behindertenwerkstätten gesteckt werden. Unter anderem forderte Sie eine bessere Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes. Die Politik muss sich daran machen, einheitliche Zuständigkeiten zu schaffen, um Menschen mit Behinderungen besser zu fördern. Außerdem darf es keine weiteren Kürzungen bei den zuständigen Fachgremien geben.

Während der Diskussion kamen aus dem Publikum auch Forderungen, die Ausgleichsabgabe zu erhöhen sowie durch Einsatz von Hilfstechnik mehr Arbeitsplätze auf dem 1. Arbeitsmarkt zu schaffen.

Menschen mit Behinderungen sind ein Teil dieser Gesellschaft und haben ein Recht, gleich-berechtigte Mitglieder dieser Gesellschaft zu sein. Dazu gehört auch das Recht auf Arbeit.

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